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Beim Kramen in meinen Unterlagen habe ich noch diesen Entwurf eines Kurzcomics aus der Welt von Doudou gefunden. Ich hatte diese Geschichte heimlich, spät in der Nacht, rein zu meinem Vergnügen gemacht und deshalb wohl auch nie in Reinzeichnungen umgesetzt, weil die reguläre Arbeit einfach Priorität hat. Nun habe ich sie zum Spass wenigstens mal in den Computer getippt und einige Skizzen als Illustration dazu erstellt. Vorsicht! Ziemlich harter Tobak!

Fahry und Askany dürfen nicht mit

Leutnant André Rochelle packte die letzten paar Sachen in die Umzugskartons. Ob er auch nichts vergessen hatte? Wenn man von Frankreich nach Amerika umzieht kann man schliesslich nicht einfach noch mal schnell zurück um etwas zu holen. Prüfend suchte Andrés Blick daher das leere Wohnzimmer ab. Nur das Telefon stand einsam auf dem blanken Parkettboden, neben dem Kehrbesen und dem zugeschnürten Müllsack. Alles war soweit geregelt. Alles? André sah aus dem Fenster. Seine beiden Boches, Fahry und Askany standen im weissumzäumten Paddock, vom milden Licht des Herbstes umgeben. Askany, der elegante Vollblüter hielt sich unter dem alten Kastanienbaum auf und schlug seinen goldenen Schweif im sanften Rhythmus um die prächtig geformte Hinterhand, die rechte Fessel leicht angewinkelt. Dabei beobachtete er scheinbar dösend, aber doch voller Aufmerksamkeit seinen Gefährten und Artgenossen, den zweibeinigen Askany. Askany! Wie oft hatte der in den letzten Wochen mit fragendem Blick seinem Herren nachgesehen, als dieser geschäftig mit seinen Vorgesetzten diskutierte. Mit welch prüfendem Blick hatten seine schönen Augen die Lieferung Umzugskartons gemustert, die vor einem Monat vor dem Wohnhaus abgegeben wurde. Obwohl Askany ein sprechender Boche war, hatte er sich nicht getraut, seinen gestrengen Herren zu fragen was los ist. Und André war froh darüber. Es wäre ihm äusserst unangenehm gewesen dem Pferdedeutschen erklären zu müssen, dass er, André Rochelle für über 5 Jahre als Militärattaché nach Übersee ziehen würde und dass er dabei seine Boches nicht würde mitnehmen können. André besass Askany und Fahry seit gut 5 Jahren. Beide waren überaus treue und zuverlässige Helfer gewesen, die täglich brav ihre Arbeit verrichteten, sei es vor der Kutsche, unter dem Sattel und in Askanys Fall, auch im Haushalt. Als die Abkommandierung in die USA kam, hatte er lange darüber nachgedacht, was nun aus den beiden werden sollte. Fahry wäre wohl zu einem guten Preis auf dem Rossmarkt verkäuflich gewesen. Aber André konnte den Gedanken nicht ertragen, dass irgendein anderer als er das wunderbare Tier besitzen, es vielleicht schlecht behandeln würde. Und Askany...Sprechende Pferdedeutsche sind nun mal nicht gerade beliebt. Sie impfen ihren Besitzern Schuldgefühle ein. Sie sind nur etwas für Kenner, so wie André, die einerseits die Vorzüge eines beinahe menschlichen Hausgefährten zu würdigen wissen und dennoch stets Distanz wahren können. Für André war daher die Antwort relativ schnell gefunden. Maurice, sein Kumpel bei der Armee war Regimentsmetzger und besass zudem eine gutgehende Boche-Schlachterei im Ort. Maurice hatte ihm das Angebot gemacht, zu André auf den Hof zu kommen um die beiden an Ort und Stelle zu schlachten. Somit würde es vorallem dem verständigen Askany erspart, in einen Wagen verladen und in den Schlachthof transportiert zu werden. Noch während André am Fenster stand und nachdachte, hörte er das Knattern von Maurice's Lastkraftwagen. Die beiden Boches im Paddock fuhren zusammen, scheuten. Sie waren eben nicht an Automobile gewöhnt. Oder ahnten sie doch etwas? Die Begrüssung zwischen Maurice und André war kurz und sachlich. Man hatte ja schon alles besprochen, im Offizierskasino oder in den Pausen. "Ich schlage vor, wir nehmen den vierbeinigen zuerst" schlug Maurice vor, während er sein Schlachtgerät aus dem Lastkraftwagen holte. Und: "Hast Du ansonsten alles vorbereitet?" "Ja" antwortete André und zeigte auf den Vorplatz des Stalles."Dort, den Balken habe ich extra vorgestern montiert." Mit diesen Worten betrat André den Paddock und packte Askany am Helmriemen. Askany fühlte, den selbst für André ungewohnt harten zugriff, Angst kam in ihm hoch. "Komm nach hinten" Andrés Stimme klang besänftigend. Vielleicht war doch alles nicht so schlimm. Willig liess sich Askany aus dem Paddock hinter das Haus führen. Dort lag ein grosser Korb mit Äpfeln und Brot. "Ist das für mich?" fragte Askany. "Aber ja, Nimm soviel Du willst". Mit diesen Worten zog André einen Strick unter Askanys Helmriemen und band ihn so an der Hausmauer an einem Eisenring fest. Dann gab er dem Boche den Früchtekorb und ging. Vor dem Stallgebäude stand mittlerweile Fahry, den Maurice aus dem Paddock geholt hatte. Fahry war nicht festgebunden. Maurice kannte Andrés Vollblüter auch sehr gut und wusste, dass das vertraute Tier praktisch nie festgebunden werden musste. Heute allerdings, schien Fahry doch etwas zu ahnen, nervös tänzelte er mit seinen trockenen, edlen Beinen auf der Stelle, die zierlichen Hufe stets in Bewegung. Die Lauscher drehten und neigten sich, jedem noch so kleinen Geräusch folgend. Maurice band sich die weisse Schürze um "Ist ja eigentlich schade, aber man kann da nichts machen" meinte er. Dabei entrollte er ein altes, vergrautes Leinentuch auf dem Boden. Blitzend saubere Messerklingen leuchteten hervor, sowie ein Bolzenschussgerät. "Ich werde die Felle mit nach Amerika nehmen" sagte André "Ja, dann hast Du ein Andenken" Maurice lud den Schussapparat und ging auf Fahry zu, der gleich einige Schritte zurückweichte. "Ganz ruhig, mein Junge" beschwichtigte der Metzger. André ging an Fahrys Seite, streichelte dessen Kruppe. "Es wird Dir nicht weh tun" Vorsichtig, sich Zeit nehmend um die richtige Stelle zu finden, setzte Maurice den Schussapparat an. Immer wieder entzog Fahry seinen Kopf, legte die Lauscher an, schien immer mehr zu ahnen, was passieren würde. Dann plötzlich - der Schussapparat sass an der entscheidenden Stelle und Fahrys war einen Augenblick ruhig,- Drückte Maurice ab. Fahry sprang hoch, alle vier Läufe unter dem Leib zusammenziehend und brach zusammen. Der Schuss hatte gut gesessen, dennoch schlugen Fahrys Läufe am Boden noch umher, wurde seine Brust von Krämpfen zusammengezogen. Maurice gross sein Messer und durchtrennte die Halsschlagader des Boches. Das Blut schoss hervor, im Rhythmus der Konvulsionen. Nur langsam beruhigte sich der Körper, der immer noch, trotz des zertrümmerten Gehirnes, mit aller Macht weiterleben zu wollen schien. Gegen Ende wippte nur noch ein einzelnes Hinterbein sanft hin und her. Maurice und André drehten Fahry auf den Rücken und begannen an den Innenseiten der Hinterläufe das Fell anzuschneiden und die Oberschenkel zu enthäuten. Man konnte fast durch das Messer hindurch die wunderbare Qualität des feinen Felles fühlen. Nachdem die Vorenthäutung fertig war, banden Maurice und André starke Seile um die Hinterläufe und hängten den toten Boche an den Balken. "Na gut. Lassen wir ihn in Ruhe fertig entbluten" sagte Maurice. "Hol schon mal Askany."

André ging hinters Haus, auf Askany zu. "Du hast ja gar keinen der Äpfel angerührt" sagte er. Askany schüttelte den Kopf. Er schien mittlerweile verstanden zu haben, was vor sich ging. André hätte sich gewünscht, dass es nicht so wäre.

Er packte Askany am Arm und führte ihn auf den Vorplatz. Dort wartete Maurice mit dem Bolzenschuss-Gerät. Hinter ihm hing Fahr's Körper an gespreizten Hinterläufen. Das rote Fleisch leuchtete an den enthäuteten Stellen hervor und   glänzte in der Sonne.

Askany wich zurück. Nun hatte er definitiv verstanden! Er legte die Ohren an, schnaubte, schlug mit dem Schwanz. Sollte er fliehen? Es wäre noch Zeit...Er könnte sich mit einem Ruck aus Andrés Griff lösen und davon stürmen. Zweibeinige Boches haben - wie der Name ja sagt -  zwar auch nur Zwei Beine, sind aber dennoch   wesentlich schneller als normale Menschen. Ja, Askany könnte sich jetzt losreissen und weglaufen. André und Maurice würden eine Weile lang verdutzt um sich blicken und dann vermutlich ihre Gewehre holen und ihn jagen. Aber er könnte es schaffen...

Aber dann, wohin? Askany war kein Wildboche, der frei in der Natur zurecht kommt. Sein Leben lang war er im Dienste der Menschen gestanden. Er hatte ihre Nahrung angenommen, war froh über das warme Dach und das weiche Lager gewesen, wennn es draussen regnete oder fror. Wenn auf den Lichtungen und Wiesen die Wildboches verzweifelt im Schnee nach fauligem Gras scharrten, erhielt er von André Maiskolben und Hirse. Die Menschen hatten ihn ernährt und er hatte immer gewusst, dass er dereinst sie ernähren wird müssen.

Traurig folgte Askany seinem Herren.

"Verdammter Mist" fluchte Maurice "Der Bolzenapparat lässt sich nicht nachladen Das Ding klemmt". Verärgert fuchtelte und zog der Metzger an dem Gerät herum.

"Kauf Dir eindlich n'en neuen" monierte André. "Dein Geiz ist manchmal nicht zum Aushalten". Auch er versuchte sich an dem Werkzeug, jedoch erfolglos. Ratlos blickten die Männer auf Askany.

"Wenn man's richtig macht, ist auch ein Schnitt ohne Betäubung zu vertreten" meinte Maurice. "Auf der Jagd fange ich so verletztes Wild ab."

askany1.jpg (22489 Byte)André nickte. Er ging auf Askany zu, streichelte ihm die Wangen. Dann gab er im einen Klaps auf den Oberschenkel, das Zeichen für jeden gut erzogegenen Boche, sich hinzulegen. Askany zögerte. André wiederholte seine Geste, diesmal bestimmter. "Na komm schon".
Langsam ging Askany in die Knie. André schnallte ihm den Helm und das Koppelzeug ab. Die Sachen wollte er ebenfalls als Andenken nach Amerika mitnehmen, sie sollten nicht vom Blut verunreinigt werden. Vorsichtig öffnete er dann Askanys Kragen.

"Er soll sich ganz hinlegen" mahnte Maurice und holte sein Messer. "Du hast es gehört" flüsterte André. Langsam legte sich Askany auf das Plaster des Vorhofes. André kniete neben ihn, hielt mit festem aber gleichzeitig zärtlichem Griff den Kopf  des Boches unten. Maurice näherte sich mit dem Messer. André dfrängte Askanys Haupt leicht in eine Position, die den Hals gut preisgab.

Mit einem schnellen Streich schnitt Maurice Askanys Kehle durch, durchtrennte dabei die Hauptschlagadrer und die Speiseröhre. Das Blut schoss mit grosser Kraft aus der Wunde. Askany fühlte einen scharfen Schmerz und wollte aufschreien, was wegen der durchtrennten Stimmbänder aber nicht möglich war. Er fühlte wie das warme Blut aus ihm rauschte und wie sein Bewusstsein taumelte. Grad wie ein Kreisel, der immer langsamer wurde. André streichelte sein Haar, aber Askany nahm es immer ferner wahr, sank hinab in die unergründlichen Tiefen des Todes.
Maurice spreizte mit den Fingern behutsam Askanys zugepresste Augenlider und betrachtete den starren Blick der erloschenen Lichter. "Der ist hin" meinte er.
André begann, Askany ganz auszuziehen. "Ich werde ihn selber ausweiden" sagte er. Maurice nickte und wandte sich Fahrys Schlachtkörper zu.
Ohne viel zu sprechen, enthäutetetn die beiden Poilus die toten Boches und öffneten ihre Leiber. Die Eingweide quollen heraus, gesunde, starke Organe.

"Du wirst doch etwas Fleisch behalten, oder?" Fragte Mauriceaskany2.jpg (22126 Byte)

"Ja, natürlich. Der Gedanke, dass wildfremde Menschen meine Boches essen, stört mich ohnehin etwas"

"Na hör mal! Ich lebe nun mal davon, dass ich Bochefleisch verkaufe" verteidigte Maurice seinen Beruf und kratzte dabei mit schwungvollen Bewegungen den leeren Schlachtkörper aus.
"Ausserdem" fuhr er fort " Ich habe nur Stammkunden: Nette Leute! Ein altes Mütterchen das  auf  ihr Cholesterin achten muss und sich immer rührend entschuldigt, dass ihr Arzt ihr eben zum Bochefleisch -Konsum geraten habe. Und eine junge, attraktive Frau, die aus Protest gegen Massentierhaltung nur Bochefleisch aus Armee-Beständen isst."

"Ja. Ich weiss" sagte André

 

ENDE

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