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Fahry und Askany Teil 2

André ging hinters Haus, auf Askany zu. "Du hast ja gar keinen der Äpfel angerührt" sagte er. Askany schüttelte den Kopf. Er schien mittlerweile verstanden zu haben, was vor sich ging. André hätte sich gewünscht, dass es nicht so wäre.

Er packte Askany am Arm und führte ihn auf den Vorplatz. Dort wartete Maurice mit dem Bolzenschuss-Gerät. Hinter ihm hing Fahr's Körper an gespreizten Hinterläufen. Das rote Fleisch leuchtete an den enthäuteten Stellen hervor und   glänzte in der Sonne.

Askany wich zurück. Nun hatte er definitiv verstanden! Er legte die Ohren an, schnaubte, schlug mit dem Schwanz. Sollte er fliehen? Es wäre noch Zeit...Er könnte sich mit einem Ruck aus Andrés Griff lösen und davon stürmen. Zweibeinige Boches haben - wie der Name ja sagt -  zwar auch nur Zwei Beine, sind aber dennoch   wesentlich schneller als normale Menschen. Ja, Askany könnte sich jetzt losreissen und weglaufen. André und Maurice würden eine Weile lang verdutzt um sich blicken und dann vermutlich ihre Gewehre holen und ihn jagen. Aber er könnte es schaffen...

Aber dann, wohin? Askany war kein Wildboche, der frei in der Natur zurecht kommt. Sein Leben lang war er im Dienste der Menschen gestanden. Er hatte ihre Nahrung angenommen, war froh über das warme Dach und das weiche Lager gewesen, wennn es draussen regnete oder fror. Wenn auf den Lichtungen und Wiesen die Wildboches verzweifelt im Schnee nach fauligem Gras scharrten, erhielt er von André Maiskolben und Hirse. Die Menschen hatten ihn ernährt und er hatte immer gewusst, dass er dereinst sie ernähren wird müssen.

Traurig folgte Askany seinem Herren.

"Verdammter Mist" fluchte Maurice "Der Bolzenapparat lässt sich nicht nachladen Das Ding klemmt". Verärgert fuchtelte und zog der Metzger an dem Gerät herum.

"Kauf Dir eindlich n'en neuen" monierte André. "Dein Geiz ist manchmal nicht zum Aushalten". Auch er versuchte sich an dem Werkzeug, jedoch erfolglos. Ratlos blickten die Männer auf Askany.

"Wenn man's richtig macht, ist auch ein Schnitt ohne Betäubung zu vertreten" meinte Maurice. "Auf der Jagd fange ich so verletztes Wild ab."

askany1.jpg (22489 Byte)André nickte. Er ging auf Askany zu, streichelte ihm die Wangen. Dann gab er im einen Klaps auf den Oberschenkel, das Zeichen für jeden gut erzogegenen Boche, sich hinzulegen. Askany zögerte. André wiederholte seine Geste, diesmal bestimmter. "Na komm schon".
Langsam ging Askany in die Knie. André schnallte ihm den Helm und das Koppelzeug ab. Die Sachen wollte er ebenfalls als Andenken nach Amerika mitnehmen, sie sollten nicht vom Blut verunreinigt werden. Vorsichtig öffnete er dann Askanys Kragen.

"Er soll sich ganz hinlegen" mahnte Maurice und holte sein Messer. "Du hast es gehört" flüsterte André. Langsam legte sich Askany auf das Plaster des Vorhofes. André kniete neben ihn, hielt mit festem aber gleichzeitig zärtlichem Griff den Kopf  des Boches unten. Maurice näherte sich mit dem Messer. André dfrängte Askanys Haupt leicht in eine Position, die den Hals gut preisgab.

Mit einem schnellen Streich schnitt Maurice Askanys Kehle durch, durchtrennte dabei die Hauptschlagadrer und die Speiseröhre. Das Blut schoss mit grosser Kraft aus der Wunde. Askany fühlte einen scharfen Schmerz und wollte aufschreien, was wegen der durchtrennten Stimmbänder aber nicht möglich war. Er fühlte wie das warme Blut aus ihm rauschte und wie sein Bewusstsein taumelte. Grad wie ein Kreisel, der immer langsamer wurde. André streichelte sein Haar, aber Askany nahm es immer ferner wahr, sank hinab in die unergründlichen Tiefen des Todes.
Maurice spreizte mit den Fingern behutsam Askanys zugepresste Augenlider und betrachtete den starren Blick der erloschenen Lichter. "Der ist hin" meinte er.
André begann, Askany ganz auszuziehen. "Ich werde ihn selber ausweiden" sagte er. Maurice nickte und wandte sich Fahrys Schlachtkörper zu.
Ohne viel zu sprechen, enthäutetetn die beiden Poilus die toten Boches und öffneten ihre Leiber. Die Eingweide quollen heraus, gesunde, starke Organe.

"Du wirst doch etwas Fleisch behalten, oder?" Fragte Mauriceaskany2.jpg (22126 Byte)

"Ja, natürlich. Der Gedanke, dass wildfremde Menschen meine Boches essen, stört mich ohnehin etwas"

"Na hör mal! Ich lebe nun mal davon, dass ich Bochefleisch verkaufe" verteidigte Maurice seinen Beruf und kratzte dabei mit schwungvollen Bewegungen den leeren Schlachtkörper aus.
"Ausserdem" fuhr er fort " Ich habe nur Stammkunden: Nette Leute! Ein altes Mütterchen das  auf  ihr Cholesterin achten muss und sich immer rührend entschuldigt, dass ihr Arzt ihr eben zum Bochefleisch -Konsum geraten habe. Und eine junge, attraktive Frau, die aus Protest gegen Massentierhaltung nur Bochefleisch aus Armee-Beständen isst."

"Ja. Ich weiss" sagte André

 

ENDE

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                  

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